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Wir sind umgezogen...in ein kleines Haus am Wald

Nach dem überschäumenden Blütenfestival im Frühling, wird die Futtersuche für viele Insekten schwieriger.

Das gilt besonders für Insekten mit "festem Wohnsitz". Viele Hobby-Imker betreiben eine Standimkerei. Das bedeutet, die Bienen sammeln den Blütennektar und -pollen aus  der unmittelbaren Umgebung des Bienenstandes. Bei der Wanderimkerei werden die Bienen, sobald eine Nahrungsquelle versiegt ist, an einen anderen ertragreichen Ort transportiert. Damit ist für diese Bienen ein lückenloses Nahrungsangebot während des ganzen Sommers gewährleistet.

 

Schon lange spukte in unseren Köpfen die Idee herum, ein paar unserer Völker nach der Frühlingsblüte im Wald aufzustellen.

 

Bei der Suche nach einem geeigneten Standort stießen wir auf eine große Lichtung.

Hier wütete im Januar 2007 der Orkan Kyrill, der in Mitteleuropa schwere Verwüstungen anrichtete und viele Hektar Wald vernichtete. Selbst kräftige Bäume knickten unter seiner ungezügelten Wut wie Streichhölzer um.

Er wurde später als einer der schlimmsten Winterstürme seit Beginn der Wetteraufzeichnungen eingestuft.

 

Nachdem der Mensch das geborstene Holz geborgen hatte, eroberten Waldhimbeeren und - brombeeren den neu geschaffenen Lebensraum und versteckten die Wunden, die Kyrill in den Waldboden gerissen hatte. Den Pflanzen folgten die Tiere, die sich hier wohlfühlten.

 

Die Natur hat immer einen Plan - selbst nach den größten Katastrophen geht das Leben weiter!

 

Unsere Entscheidung stand fest: das ist ein perfekter Platz für Bienen!

 

Aber vom Vorhaben bis zur Umsetzung der Idee, lag noch ein langer Weg vor uns...

Wenn meine Großeltern den Satz gebrauchten: "Früher war alles besser!", ernteten sie nur ein ungläubiges Lächeln von uns Kindern!

Was das Wandern mit den Bienen angeht, muss ich heute sagen: "Es stimmt!"

 

Es sind bestimmt schon über 25 Jahre her, da stellten wir schon einmal einige Bienenvölker im Wald auf. Damals reichte ein Anruf beim zuständigen Revierförster aus:

"Wir wollen ein paar Bienen in den Wald bringen"

"Wo wollt ihr sie denn aufstellen?"

"Am Schwabhäuser Kopf"

"Gut, geht in Ordnung aber passt auf, dass ihr beim Transport nach oben nicht soviel kaputt macht!"

Das war unsere Genehmigung!

 

Heute geniesst unser alter Revierförster seinen wohlverdienten Ruhestand. Er konnte uns aber trotzdem mit einer Telefonnummer weiterhelfen.

Einige Telefonate und Behördengänge später ... hatten wir alles zusammen: ein "Gesundheitszeugnis für Bienen" vom Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt, sowie einen "Gestattungsvertrag" der zuständigen Gemeinde, zum Aufstellen der Bienen im Wald. Endlich zogen die ausgesuchten Bienenvölker um. 

 

Die Bewältigung der logistischen Probleme war noch das kleinere Übel, denn eine Bienenbeute hat ein beachtliches Gewicht und man braucht deshalb ein geeignetes Fahrzeug zum Transport in schwierigem Gelände.

 

Der Umzug startete bei Tagesanbruch, um die Fluglöcher rechtzeitig zu verschließen (es sollten ja alle Bienen noch zu Hause sein und mit auf die Reise gehen), Beladen, Transport und Aufstellen am neuen Ort.

 

Nach dem Öffnen der Fluglöcher schwirrten die Sammelbienen aufgeregt um die Bienenbeuten herum. Sie hatten den Ortswechsel bemerkt und mussten sich zunächst neu einfliegen, um lohnende Nahrungsquellen und zurück zum Bienenstock  zu finden.

 

Eigentlich ein Kinderspiel - locken doch die Himbeer- und Brombeerblüten direkt vor ihrer Haustür!

 

Bei einer Kontrolle ein paar Tage später, verliessen die Bienen flink ihre Behausung und flogen zielsicher davon.

In den Beerensträuchern ist das "Sammelfieber" ausgebrochen! Die Bienen sammeln und bestäuben um die Wette.

Wenn das Wetter mitspielt und der Bienenfleiß ungebrochen bleibt, können wir bald den ersten Honig ernten. Wir sind gespannt!

 

Einige Wochen später bekommenn wir zusätzlich viele Him- und Brombeeren mit unvergleichlichem Aroma zum Naschen und Verarbeiten in der Küche - zerkratzte Hände und Arme inklusive!

So blüht der Wald

Eine Heckenrose hat sich in den Wald verirrt
Walderdbeere

Der erste Honig aus dem Wald - links ungerührter, rechts gerührter Honig

Die letzten Spuren von Kyrill

Brombeeren und Himbeeren erobern die freien Flächen

Aber auch die Nachkommen der entwurzelten Bäume bestehen auf ihr Recht 

Hier wachsen Vogelwicke und Klatschmohn

noch mehr Blütenbilder:

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